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Naturschutz

Der Lech erschuf einst das Landschaftsbild unserer Gemeinde und prägt es noch heute. Im Südwesten erstreckt sich über große Bereiche des Gemeindegebiets das Oberndorfer Ried. Zahlreiche selten gewordene Vogelarten sind auf den Riedwiesen zuhause. Im Osten der Gemeinde liegen Auwälder und die selten gewordenen Lechheiden. 

Der Lech war einst ein wilder, tosender, grollender, lauter und unberechenbarer Wildfluss. Er veränderte sein Gesicht nach größeren Hochwassern und transportierte Unmengen an Gestein von den Alpen zur Donau. Bei der Schneeschmelze verwandelte er sich in einen wilden Strom, der alles wegriss, was sich ihm in den Weg stellte.

Bei den Bewohnern waren diese Hochwasser gefürchtet, denn häufig wurden Ortschaft und Felder überschwemmt. Die Natur war daran angepasst, denn an Wildflüssen wie dem früheren Lech lebt eine spezialisierte Tier- und Pflanzenwelt. Das Flussbett war weit verzweigt, und ein mehrere hundert Meter breites Band aus Flussarmen, Kiesbänken, Auwäldern und vom Grundwasser gespeisten Bachläufen. 

Flussauen sind der „Dschungel Mitteleuropas“, denn kein anderer Landschaftstyp in Mitteleuropa ist ähnlich vielfältig und artenreich. Obwohl durch die Verbauung vieles verloren ging, weisen die verbliebenen Auen auch heute noch eine außerordentliche Lebensraumvielfalt auf, so auch in Oberndorf.

Wälder mit unterschiedlicher Nutzungsintensität, Heidereste mit alten Übergangsstadien zwischen Offenland und Wald, Dämme, Reste von Feuchtvegetation, Bachläufe, Tümpel, Altwasser, Stauseen und Baggerseen bilden ein reich strukturiertes Biotop. Jeder dieser Lebensräume beherbergt eine angepasste Flora und Fauna.

Quelle: Lebensraum Lechtal

 

Projekte im Gemeindegebiet:

 

Neuanlage eines Insektenstauden-Beetes

Auf Anregung unseres Bauhof-Mitarbeiters Bernd Lier wurde im Jahr 2020 auf der gemeindlichen Grünfläche zwischen dem Eingang am Kronesaal und der Kirche St. Nikolaus ein Staudenbeet angelegt, welches unserer heimischen Insektenwelt Rückzugsraum und Nahrung bietet. Ausgewählt wurden trockenheits- und hitzeresistente Stauden mit attraktivem Erscheinungsbild, so dass nicht nur die Insekten, sondern auch das menschliche Auge auf seine Kosten kommt.

Wasserbüffel im Wald

Nur mit einer Ausnahmegenehmigung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) ist dieses ungewöhnliche Naturschutzprojekt möglich. Um die Bestände seltener Arten wie die Orchideenart Gelber Frauenschuh zu retten startete in einem Waldstück auf Oberndorfer Flur ein Beweidungsprojekt mit der Hilfe von fünf Wasserbüffeln. Über die Jahre soll so ein lichter Wald entstehen, der am Boden Platz und Licht bietet. Dieser lichte Lebensraum ging nämlich durch die Eindeichung des Lechs und der damit einhergehenden Sukzession Stück für Stück verloren. Von der Maßnahme profitieren nun auch andere Arten, die auf solche Standorte angewiesen sind, wie das Heideröschen oder der Echte Steinsame. Das Projekt betreuen der Landschaftspflegeverband Donau-Ries und der Verein Lebensraum Lechtal. 

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Entwicklung eines Mähkonzeptes

Unser Bauhof hat in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Donau-Ries e.V. ein Mähkonzept für ausgewählte öffentliche Grünflächen entwickelt, wodurch Wildblumen gefördert und Rückzugsräume für Insekten geschaffen werden. Durch den engagierten Einsatz des Bauhofes wird nun konsequent die insektenfreundliche Pflege öffentlicher Grünflächen durchgeführt. Die Mahdhäufigkeit wurde reduziert, das Mähgut wird abtransportiert und auch Altgrasstreifen auf den Flächen belassen. Der Bauhof nutzt zur Pflege im Sinne der Nachhaltigkeit synthetische Kraftstoffe.

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Artenreiche Ackerrandstreifen

Im Rahmen des Projektes "DONAURIESig säen" wurden auf insgesamt fünf gemeindeeigenen Äckern 6 Meter breite Ackerrandstreifen als Rückzugsraum für Insekten angelegt. Verwendet wurde dafür Mähgut artenreicher Wiesen aus der Umgebung.